Integrierte Leitstelle Donau-Iller Krumbach/Schwaben

07.02.2016

Am 12. Februar 1976, also vor rund 37 Jahren, wurde die Rettungsleitstelle in Krumbach durch den damaligen Staatsminister Dr. Bruno Merk in Betrieb genommen. Seitdem hat das Bayerische Rote Kreuz die Prozesse im Rettungsdienst und Katastrophenschutz bis zur Einrichtung der Integrierten Leitstelle entscheidend mitgeprägt.

Grundlage für die Einführung Integrierter Leitstellen in Bayern für die Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung war ein entsprechendes Gesetz, welches durch  den Bayerischen Landtag am 11. Juli 2002 verabschiedet und zum 01. September 2002 in Kraft gesetzt wurde. Mit diesem Gesetz wurde der Grundstein für eine Alarmierung der gesamten nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr aus einer Hand gelegt.

Bis zur Einführung des Gesetzes zur Einführung Integrierter Leitstellen und der überarbeiteten Alarmierungsbekanntmachung vom 12. Dezember 2005 waren nur die Bayerischen Feuerwehren über die Notrufnummer 112 zu alarmieren. Für Notarzteinsätze und Krankentransporte war die Rufnummer 19222 vorgesehen. Diese war zwar im drahtgebundenen Telefonnetz vorwahlfrei geschaltet, besaß aber dennoch eine Reihe von Nachteilen. So war sie aus Mobilfunknetzen nicht vorwahlfrei erreichbar und die Notrufe waren nicht gebührenfrei. Zudem wurden unterdrückte Rufnummern nicht angezeigt, was bei der Anschriftenermittlung von Notfallpatienten über Leben und Tod entscheidende Sekunden kosten konnte. Mit der flächendeckenden Einrichtung Integrierter Leitstellen wurde die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst über die vorwahl- und gebührenfreie Notrufnummer 112 zusammengeführt. Dadurch können bei einem Brand oder medizinischen Notfall schnell und gezielt diejenigen Einsatzkräfte alarmiert werden, die am besten helfen können und am schnellsten vor Ort sind.

Träger der Integrierten Leitstellen sind Zweckverbände für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung. Die Integrierten Leitstellen verfügen über modernste Einsatzleit- und Kommunikationstechnik, nehmen die Notrufe entgegen, alarmieren die Einsatzkräfte und begleiten deren Einsätze.

Am 08. März 2007 hatte sich der Zweckverband für Rettungsdienst- und Feueralarmierung Donau-Iller zugunsten des bisherigen Betreibers der ehemaligen Rettungsleitstelle Krumbach, der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes in München, für die Beibehaltung des Standorts Krumbach entschieden. Ausgehend von der Entscheidung die künftige Integrierte Leitstelle in Krumbach zu errichten, wurde in der Folge mit den notwendigen Planungen begonnen und entsprechende Projektgruppen gebildet. In diesen Projektgruppen waren Vertreter aller Kreisverwaltungsbehörden, der Hilfsorganisationen Bayerisches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst der Paramedic Ambulanz sowie der Wasserrettungsorganisationen Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V, Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes und der Feuerwehren sowie das Technische Hilfswerk beteiligt. Die Leitung der Projektgruppen wurde durch Vertreter der ehemaligen Rettungsleitstelle gestellt. Zusätzlich wurde ein Lenkungsausschuss etabliert, welcher von der Geschäftsführung des Zweckverbandes geleitet wird.

Für die Alarmierungsplanung des Rettungsdienstes ist der Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung (ZRF) Donau-Iller, mit Sitz am Landratsamt Günzburg, zuständig. Dabei wird er auch vom Leitstellenleiter und den Durchführenden des Rettungsdienstes beraten.

Die Alarmierungsplanung im Brand- und Katastrophenschutz obliegt grundsätzlich den Kreisverwaltungsbehörden. Auch hier wurde ein Stab Alarmierungsplanung eingerichtet. In diesem wirkten die drei Kreisbrandräte und der Stadtbrandrat der kreisfreien Stadt Memmingen mit. Das Gebäude für die Integrierte Leitstelle in der Burgauer Straße 3 in Krumbach wurde mit umfangreicher technischer Gebäudeausstattung für den Betrieb einer Integrierten Leitstelle umgebaut. Die Informations- und Kommunikationstechnik wurde, wie zuvor die Gebäudetechnik öffentlich ausgeschrieben. Der Einbau der IuK-Technik sowie die Abstimmung mit der Einsatzleitsoftware wurden im Oktober 2010 abgeschlossen. Ab dem 27. Oktober 2010 befand sich die künftige Integrierte Leitstelle im Probebetrieb mit der Durchführung des Rettungsdienstes am neuen Standort.

Nach umfangreicher Vorbereitung ist die Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung Donau-Iller seit dem 08. November 2011 im Vollbetrieb. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Donau-Iller ist für die Landkreise Günzburg, Neu-Ulm, Unterallgäu und die kreisfreie Stadt Memmingen zuständig. Seit der Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle (ILS) erfolgt die telefonische Alarmierung in Notfallsituationen durch die einheitliche Notfallnummer 112. Seit diesem Zeitpunkt werden alle eingehenden Hilfeersuchen, die den Rettungsdienst und die Feuerwehren betreffen, durch die ILS abgefragt, bewertet und je nach Meldebild die entsprechenden Einheiten alarmiert und einsatzspezifisch begleitet.

Der Leitstellenbereich der Integrierten Leitstelle Donau-Iller umfasst eine Gesamtfläche von 2.574 km² in dem rund 463.096 Einwohner leben. Insgesamt verfügt der Leitstellenbereich Donau-Iller über zehn Rettungswachen, zwei Stellplätze und  acht Notarztstandorte sowie 21 Ortsgruppen der Wasserwacht, zwei DLRG-Standorte, elf Schnelleinsatzgruppen, vier Sanitätseinsatzleitungen sowie 353 Feuerwehren und drei Helfer vor Ort/First Responder - Einheiten.

Die Integrierte Leitstelle Donau-Iller verfügt im Bereich Hauptamtliches Personal über 23 Disponentinnen und Disponenten. Hinzu kommen 3 IT - Systemadministratoren inkl. taktisch- technische Betriebsstelle für den digitalen BOS Funk, 1 Leitstellenleiter, 1 stv. Leitstellenleiter sowie weitere sehr gut qualifizierte geringfügig Beschäftigte und Mitarbeiter der Unterstützungsgruppe zur Verstärkung bei Sonder- bzw. Großschadensereignissen. Die Integrierte Leitstelle Donau-Iller ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr, abhängig von der Tageszeit mit bis zu fünf Disponentinnen oder Disponenten besetzt. Für länger anhaltende Lagen beziehungsweise Schadensfälle (z.B. Unwettereinsätze, Katastrophen) kann die Integrierte Leitstelle Donau-Iller innerhalb eines festgelegten Verstärkungskonzeptes bis zu 13 Einsatzleit- und Ausnahmeabfrageplätze besetzen.

Im Jahr 2015 waren es rund 54.700 Notfall und Notarzteinsätze und rund 26.000 Krankentransporte. Die Feuerwehren im Leitstellenbereich Donau-Iller führten in 2015 ca. 1.300 Brandeinsätze, ca.  400 sonstige Einsätze und ca. 2.450 Einsätze der technischen Hilfeleistung durch.

Die Homepage der ILS-Krumbach finden Sie hier.

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