Rund 130.000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung für bedeutende Bauprojekte im Landkreis Günzburg

04.07.2018

Das Dominikanerinnenkloster in Wettenhausen, die Stadtmauer in Leipheim, die Kirche in Langenhaslach und eine Werkstatt der Psychosozialen Hilfsgemeinschaft in Günzburg: Für die Bayerische Landesstiftung gelten diese Bauprojekte als modellhaft oder überregional bedeutend.

Günzburg. Die Bayerische Landesstiftung stellt Kulturdenkmälern und besonderen Bauprojekten im Landkreis Günzburg Fördergelder in Höhe von 128.300 Euro zur Verfügung, wie die Landtagsabgeordneten Alfred Sauter und Staatssekretär Dr. Hans Reichhart, der auch Mitglied der Bayerischen Landesstiftung ist, am Dienstag mitteilten. Mit 84.000 Euro erhält die ARBE-Psychosoziale Hilfsgemeinschaft in Günzburg zur Sanierung eines ehemaligen Krankenhausgebäudes die höchste Förderung. Dem Kloster der Dominikanerinnen in Wettenhausen erteilt die Münchner Stiftung mit 20.000 Euro den zweithöchsten Förderzuschlag.

„Der Zuschuss der Landesstiftung unterstreicht die besondere Bedeutung der Projekte“, sagt Landtagsabgeordneter Alfred Sauter, CSU. Die Fördergelder der Bayerischen Landesstiftung werden seit 1972 nur an modellhafte und überregional bedeutende Bauprojekte vergeben. „Dieses Mal sind die Fördersummen außergewöhnlich hoch“, freut sich Staatssekretär Dr. Hans Reichhart. „Die hohe Zuteilung an das Kloster Wettenhausen sowie an die Psychosoziale Hilfsgemeinschaft stellen eine große Wertschätzung unserer Region dar.“

84.000 Euro für die ARBE-Psychosoziale Hilfsgemeinschaft e.V.      
Die Psychosoziale Hilfsgemeinschaft ARBE e.V. wurde 2003 gegründet und unterstützt Menschen mit psychischen und physischen Belastungen. In Zuverdienstprojekten wie der Montage und Holzverarbeitung werden derzeit 70 Personen auf den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben vorbereitet. „Die Psychosoziale Hilfsgemeinschaft bietet den Menschen stundenweise ein niederschwelliges Betätigungsfeld und unterstützt sie so in Notsituationen und bei der sozialen Integration“, sagt Abgeordneter Dr. Hans Reichhart. „Die Hilfsgemeinschaft ist nah am Menschen, sie gibt auch den weniger Leistungsstarken Gliedern unserer Gesellschaft Halt.“ Mithilfe der Förderung der Landesstiftung werden die derzeitigen Werkstatträume renoviert und das Zuverdienstangebot ausgebaut. Zudem entstehen Zimmer für ambulant betreutes Wohnen. Die Stellungnahme des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales beschreibt den Umbau als „modellhaft und dringend.“

 20.000 Euro für das Kloster der Dominikanerinnen Wettenhausen    
Für die Sanierung der Turmzwiebel des Westturms des Klosters in Wettenhausen stehen 20.000 Euro bereit. „Das ist außergewöhnlich und spricht für den Stellenwert des Baudenkmals“, sagt Alfred Sauter. Der Überlieferung nach wurde das Kloster im Kammeltal im Jahr 982 in der Tradition der Augustinerchorherren gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Glaubenszentrum im Jahr 1130. Überregionale Bekanntheit genießt der prächtige Stuck des Kaisersaals des Klosters Wettenhausen. Der Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg von Wessobrunner Stuckateuren wiederaufgebaut. Die Stellungnahme des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst attestiert dem Baudenkmal eine „über Bayern hinausreichende Bedeutung.“

13.500 Euro für die Pfarrkirche St. Michael in Langenhaslach  
Hier werden mit 13.500 Euro 9 Prozent des denkmalpflegerischen Mehraufwands übernommen. Die Förderung der Landesstiftung dient der Außensanierung des Kirchengebäudes. Die Langenhaslacher Pfarrkirche St. Martin bildet mit Pfarrstadel und Pfarrhaus eine architektonische Einheit. Die Geschichte der heutigen Pfarrkirche St. Martin begann im Jahre 1737 mit der Grundsteinlegung durch Abt Johannes Evangelist Haller von Ursberg. Charakteristisch für das Ensemble ist der spätgotische Glockenturm, er stammt noch aus der Zeit der Vorgängerkirche von 1474. Insgesamt kostet die Sanierung 379.000 Euro, 150.000 Euro davon entsprechen dem denkmalpflegerischen Mehraufwand.

10.800 Euro für die Sanierung der Leipheimer Stadtmauer
Die Stadtmauer in Leipheim ist zu 80 Prozent erhalten, ihr Grundstein wurde bereits im 14. Jahrhundert gelegt. Die Mauer ist rechteckig angelegt und misst rund 250 auf 300 Meter. Auf der Süd- und der Ostseite befanden sich früher mit Wasser gefüllte Gräben. Nach der Sanierung steht der Graben den Bürgern als Naherholungsgebiet zur Verfügung. Die Bayerische Landesstiftung unterstützt die Mauersanierung im Bereich der Marktstraße und der Wallgrabenstraße.

Die Bayerische Landesstiftung mit Sitz in München fördert seit 1972 bauliche Maßnahmen, welche von kultureller oder sozialer Bedeutung sind. Gefördert werden Gebäude, welche über eine überregionale oder größere regionale Bedeutung verfügen, deren Fassade die Ortsansicht prägt sowie für das Erscheinungsbild der Stadtsilhouette charakteristisch ist. Seit ihrer Gründung hat die Bayerische Landesstiftung über 500 Mio. Euro an Zuschüssen und Darlehen bewilligt und damit rund 8.000 Vorhaben in Bayern finanziell unterstützt.