Rund 500 Mio. Euro zusätzlich für pflegende Angehörige

26.04.2018
Rund 500 Mio. Euro bayernweit für Pflege - das neue Pflege-Paket der Staatsregierung. Bild:Pixabay
Rund 500 Mio. Euro bayernweit für Pflege - das neue Pflege-Paket der Staatsregierung. Bild:Pixabay

Die Sicherstellung einer menschenwürdigen Betreuung im Alter ist dem neuen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder ein besonderes Anliegen. Mit dem Landespflegegeld, dem Ausbau von Pflegeplätzen und der Stärkung der Kurzzeitpflege greift Gesundheitsministerin Melanie Huml pflegenden Angehörigen unter die Arme.  Rund 500 Mio. Euro werden dafür in Zukunft zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Günzburg/ München. Im Landkreis Günzburg sind 23.500 Bürger über 65 Jahre alt, das entspricht rund 20 Prozent der Bevölkerung. Circa 3.000 Bürger des Landkreises sind nach Angaben des Landesamtes für Statistik pflegebedürftig. Ihren Angehörigen greift die neue Bayerische Staatsregierung ab sofort deutlich unter die Arme.

Mit dem Landespflegegeld und dem deutlichen Ausbau von Pflege-, Hospiz- und Kurzzeitpflegeangeboten werden ab Sommer 2018 Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entlastet. „Familienmitglieder, die sich täglich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern, stellen oftmals die eigene Lebensplanung und ihre persönlichen Wünsche und Erwartungen zurück, um ihren Verwandten ein würdiges Leben zu ermöglichen“, sagt Abgeordneter Alfred Sauter (CSU). „Die neue Staatsregierung sieht die Nöte der Familien und handelt mit sofortiger Wirkung. Mit der Entscheidung von Ministerpräsident Markus Söders für Pflegegeld und den Ausbau der Betreuungsplätze erhalten die pflegenden Angehörigen eine in Deutschland einmalige Wertschätzung und Unterstützung!“ Die Maßnahmen im Überblick:

Allein für das Landespflegegeld werden ab 2018 jährlich circa 400 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.  „Unser Ziel ist die Stärkung der Selbstbestimmung“, sagt Finanzstaatssekretär Hans Reichhart. „Indem wir den finanziellen Spielraum der Pflegebedürftigen erweitern, entlasten wir die Angehörigen und stärken die Familien.“ Anspruchsberechtigt sind Pflegebedürftige, die ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben. Angelehnt an SGB XI gilt die jährliche Zuwendung ab Pflegegrad 2. Das Landespflegegeld wird jährlich 1.000 Euro pro Pflegefall betragen. Bayernweit sind schätzungsweise aktuell mehr als 360.000 Personen bezugsberechtigt.

Mit 5 Mio. Euro pro Jahr wird ab sofort der Ausbau der Kurzzeitpflege vorangetrieben. Mehr als 60 Mio. Euro pro Jahr werden ab sofort zur Stärkung der Pflegeplatz-Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Neben einem deutlichen Ausbau der Plätze stehen innovative Konzepte zur Pflegekraftentlastung und zur persönlichen Betreuung von Senioren im Mittelpunkt. „In der Pflege brauchen wir eine ausgewogene Mischung aus verschiedenen Angeboten und eine ausreichende Kapazitäten“, sagt Alfred Sauter. „Nur so ist Bayern für die Herausforderungen der demografischen Entwicklung gewappnet.“ Auch das Angebot für junge pflegebedürftige Menschen wird nach den Plänen der Gesundheitsministerin erweitert, um genügend passgenaue Versorgungsformen zu gewährleisten.  

Mit 4 Mio. Euro jährlich wird das Hospiz- und Palliativangebot verdoppelt. „Zum Leben gehört auch das Sterben“, sagt Hans Reichhart. „Uns ist es wichtig, dass ein Sterben in Würde möglich ist.“ Das Landesamt für Pflege bündelt ab Sommer 2018 die Maßnahmen der Pflege und Hospizversorgung. „Alle Aufgaben, die bisher auf verschiedene Stellen verteilt sind, werden effektiv gebündelt, damit die Hilfe besser bei den Menschen ankommt“, sagt Alfred Sauter. Die Steuerung und bedarfsgerechte Förderung der Maßnahmen soll zukünftig über das neue Landesamt für Pflege in Amberg erfolgen.

Ein Kernanliegen der neuen Staatsregierung ist die Stärkung des Berufs der Pflegekraft. „Die im Sofortprogramm des Koalitionsvertrags festgeschriebenen 8.000 neuen Fachkraftstellen in Pflegeeinrichtungen sind nur ein erster Schritt“, sagt Hans Reichhart. Gesundheitsministerin Melanie Huml setzt auf eine Ausbildungsoffensive, Anreize für eine bessere Rückkehr von Teil- in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm, eine bessere Gesundheitsvorsorge für die Beschäftigten sowie eine Weiterqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern zu Pflegefachkräften.