6. Dezember 2023

Gesundheit – ein gutgemeinter Wunsch, der uns jeden Tag mehrfach erreicht. Damit ist es aber noch lange nicht getan! Um für die gesamte Bevölkerung eine moderne, bedarfsgerechte sowie finanzierbare Gesundheitsversorgung zu gewährleisten braucht es gut ausgebildetes Personal, ein flächendeckendes Angebot, viel Geld und eine überzeugende Strategie. In den letzten vier Jahrzehnten wurden in unserem Landkreis Günzburg enorme Investitionen in die Gesundheits- und Daseinsvorsorge getätigt. Die vielen niedergelassenen Haus- und Fachärzte mit ihren auch personell gut ausgestatteten Praxen, die intensiv nachgefragten Kliniken, die neugeschaffenen medizinischen Versorgungszentren, die spezialisierten Therapie- und Rehaeinrichtungen, das hoch motivierte Pflegepersonal, die Hebammen, die Physiotherapeuten, die Apotheken, die Rettungs- und Hilfsorganisationen mit der Integrierten Rettungsleitstelle in Krumbach bilden das Fundament für eine überdurchschnittliche Gesundheits- und Daseinsvorsorge in unserem Landkreis. 
 
Die Investitionen im Gesundheitsbereich bewegen sich in den letzten vier Jahrzehnten in einer Größenordnung von bis zu 350 Millionen Euro.
 
Mit der Gesundheitsregion plus wurde 2015 ein engmaschiges Netzwerk geschaffen, das die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen vor Ort bündelt und optimiert. Im Mittelpunkt aller Überlegungen standen die Menschen, die unser aller Hilfe brauchen und denen diese auch zusteht. Erfreulicherweise ist es gelungen dem Gesundheitswunsch auch die notwendige Ausstattung zugrunde zu legen.
 
Den Blick für die überregionalen Zusammenhänge nicht verlieren und gleichzeitig in meinem Wahlkreis die wichtigen politischen Entscheidungen für eine optimale Gesundheitsvorsorge voranzubringen – das waren stets meine Beweggründe. 
 
Uniklinik Augsburg
 
Für ganz Schwaben und natürlich auch für unseren Landkreis war es wegweisend, dass in Augsburg ein Universitätsklinikum errichtet worden ist. Der erste diesbezügliche Grundsatzbeschluss des Bayerischen Landtags stammt aus dem Jahre 1962. Geschehen ist dann aber jahrzehntelang nichts. Die Münchner Universitätskliniken verhielten sich eher zurückhaltend, möglicherweise sogar ablehnend. Die Ministerialbürokratie blockierte, wo es nur ging und im Landtag wurden zwar laufend neue und zustimmende Beschlüsse gefasst, es tat sich aber nichts – weder im Kabinett noch in den zuständigen Ausschüssen. Mein Freund und Kollege Max Strehle, der sich energisch dafür einsetzte, dass endlich die Umsetzung der Beschlüsse erfolgt biss sich die Zähne aus und wurde immer wieder vertröstet. Als Horst Seehofer Ministerpräsident wurde gab es endlich spürbare und sichtbare Bewegung. Auf meine Anregung trafen wir uns mit dem emeritierten, früheren Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums München, Prof. Dr. Klaus Peter. Er zeigte einen Weg auf, wie mit den Schwerpunkten Medizininformation und Umweltmedizin für eine Universitätsklinik Augsburg die Zustimmung des Wissenschaftsrats herbeigeführt werden kann. Er hat unglaublich viel dafür getan, dass es dann auch geklappt hat. Ministerpräsident Seehofer schrieb in das Goldene Buch der Stadt Augsburger die verbindliche Zusage „Die Uniklinik kommt“ und alles ging seinen Weg. Nach unzähligen Besprechungen stand Ende 2012 endlich der Fahrplan für die Richtungen der Uniklinik Augsburg fest. Die Schlagzeile der Augsburger Allgemeinen lautete: „Alfred Sauter als Vermittler: Seehofers Einflüsterer landet neuen Coup“.
 
Mit der Unterzeichnung des Eckpunktepapiers im Jahr 2016 durch Ministerpräsident Horst Seehofer, Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle, Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl und den Augsburger Landrat Martin Sailer wurde der Übergang des Klinikums von der bislang kommunalen in staatliche Trägerschaft bis zum Jahr 2018 geregelt. Jetzt konnte niemand mehr die Errichtung der Uniklinik Augsburg aufhalten. Mir fiel damals ein Stein vom Herzen, denn nach so langer Zeit war es alles andere als selbstverständlich, dass das Jahrhundertprojekt doch noch verwirklicht wird.
 
Erfreulicherweise ist zwischenzeitlich auch eine Professur für medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung eingerichtet worden. Damit wird ein Versprechen eingelöst, dass vor Jahren mit Blick auf Ursberg bereits erfolgt ist. Künftig werden Menschen mit Behinderung besser betreut werden können, als dies bisher der Fall war. Bayern ist da Vorreiter für die gesamte Bundesrepublik Deutschland. 
 
Kreisklinik Krumbach
 
Der Klinikstandort Krumbach mit ca. 370 Beschäftigten steht für eine qualitativ hochwertige medizinische Grundversorgung in einer familienfreundlichen und vertrauensvollen Atmosphäre. In mehreren Bauabschnitten sind über 50 Millionen Euro investiert worden, zuletzt in die Erweiterung und Strukturverbesserung der Intensivpflege und Endoskopie sowie in den Neubau der OP-Abteilung und Zentralsterilisation. Krumbach sollte auch mit Blick auf die Uniklinik Augsburg Akademisches Lehrkrankenhaus werden.
 
Kreisklinik Günzburg
 
Die Kreisklinik in Günzburg mit ca. 565 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet wohnortnahe Hochleistungsmedizin im Bereich der Grundversorgung. Der von 1982 bis 1985 erfolgte Neubau der Günzburger Klinik hat rund 40 Millionen D-Mark gekostet. 
 
Zuletzt waren die Umstrukturierung des Funktionstrakts sowie in die Erweiterung und Neustrukturierung der Entbindungsabteilung wesentliche Schritte. Der finanzielle Aufwand hierfür liegt bei ca. 15 Millionen Euro. Von großer Bedeutung ist der direkte Anschluss an das Nierenzentrum Günzburg und das Herzkatheterlabor sowie die räumliche Nähe zur Neurochirurgie des Bezirkskrankenhauses, der Psychiatrie, der Schlaganfallabteilung und zu dem angrenzenden Ärztehaus. 
 
Wichtig ist für die kommenden Jahre, ob die Klinik in ihrer Gesamtheit saniert wird oder ob ein Neubau erfolgt.
 
Bezirkskrankenhaus Günzburg
 
Zweifellos eine der tragenden Säulen der medizinischen Versorgung in unserem Landkreis ist das Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg. Über die Jahre erfolgten bzw. erfolgen Investitionen deutlich über 100 Millionen Euro. Rund 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden hier einen anspruchsvollen Arbeitsplatz. Einige der Fachbereiche des BKH Günzburg genießen völlig zurecht Weltruf. Schwerpunkte sind die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, die Klinik für forensische Psychiatrie und Psychotherapie, die Klinik für Neurochirurgie sowie die Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation. Das BKH verfügt über eine von der deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifizierte, überregionale Stroke Unit, die eine optimale Behandlung von Schlaganfallpatienten und -patientinnen gewährleistet. Es besteht eine enge Kooperation mit der Universitätsklinik Ulm. Forschung und Lehre erfolgen auch am Bezirkskrankenhaus Günzburg. Einige Lehrstühle sind unmittelbar am BKH Günzburg angesiedelt. 
 
Therapiezentrum Burgau
 
Mit dem Therapiezentrum Burgau verfügt unser Landkreis über ein hochanerkanntes Standbein der medizinischen Daseinsvorsorge. Hier werden Patienten behandelt, für die es noch vor wenigen Jahren keine zielführende Therapie gab. Burgau hat in Deutschland mit die längste Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit schweren Hirnschädigungen, einhergehend mit Beeinträchtigungen oder Ausfällen vieler Fähigkeiten und Funktionen wie zum Beispiel atmen, sprechen, essen, gehen, greifen oder im Sozialverhalten. Die rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Therapiezentrum Burgau beginnen mit ihrer anspruchsvollen Behandlung der Patientinnen und Patienten unmittelbar nach der Aufnahme aus der erstversorgenden Klinik. Am Ende der stationären Behandlung wird für eine gute Überleitung in den nächsten Behandlungsabschnitt gesorgt, sei es in einer weiterführenden Klinik, zuhause oder in einem Pflegeheim. 
 
Die erfolgten Investitionen von mehr als 60 Millionen Euro wurden ebenso wie bei den vorgenannten Kliniken in hohem Maße vom Freistaat Bayern gefördert. Meine Aufgabe war es mich darum zu kümmern, dass die Vorhaben in das jeweilige Bayerische Krankenhausbauprogramm aufgenommen und höchstmöglich bezuschusst wurden.
 
M & I-Fachklinik Ichenhausen
 
Die M & I-Fachklinik in Ichenhausen – als wesentlicher Teil der Klinikgruppe Enzensberg – ist bundesweit führend als Fachklinik für spezialisierte Akutmedizin und medizinische Rehabilitation im Bereich Neurologie. Die Finanzierung sämtlicher Investitionen erfolgt in vollem Umfang durch die Klinikgruppe. Aus dem kleinen Krankenhaus in Ichenhausen ist zwischenzeitlich eine international führende Fachklinik geworden. 360 Betten stehen jährlich knapp 700 Patientinnen und Patienten zur Verfügung. In Ichenhausen sorgen 690 Mitarbeiter dafür, dass ihre Patienten auf einen schnellen und nachhaltigen Therapieerfolg hoffen können, der sich auch fast ausnahmslos einstellt.
 
St. Camillus-Krankenhaus Ursberg
 
Mit 28 Betten ist das Krankenhaus St. Camillus eines der kleinsten Krankenhäuser Deutschlands und als Fachkrankenhaus für Menschen mit Behinderung in Nord- und Mittelschwaben von herausragender Bedeutung. Dafür stehen in Ursberg eine psychiatrische und eine somatische Station zur Verfügung. Eine psychiatrische Versorgung ist auch ambulant möglich. Betrieben wird das Krankenhaus vom Zweckverband Krankenhaus St. Camillus. 
 
Heilbad Krumbad
 
In beschaulicher Umgebung hat sich ein weiteres Standbein der Gesundheitsversorgung im Landkreis Günzburg etabliert: Das Heilbad Krumbad hat eine mehr als 600jährige Tradition und erlebte nicht zuletzt durch die Anerkennung als Kneipp-Kurgebiet eine deutliche Aufwertung. Die Schwerpunkte sind Kneipp, Yoga, Wohlfühlmassagen und nicht zuletzt Anwendungen mit dem heimischen Heilmittel „Krumbacher Badstein“.
 
Gemeinsam mit der St.-Josefs-Kongregation Ursberg, dem Bezirk Schwaben, dem Landkreis Günzburg und der Stadt Krumbach gelang es Anfang der 1980er Jahre, die Zukunft des Heilbades Krumbad zu sichern. Heute genießt das Heilbad Krumbad als anerkannter Peloid-Kurbetrieb einen ausgezeichneten Ruf weit über unseren Landkreis hinaus. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass Patienten und Gäste medizinisch optimal versorgt werden und in Ruhe und Abgeschiedenheit neue Kräfte sammeln können. 
 
Berufsfachschulen im Pflegebereich
 
Die drei Berufsfachschulen der Bezirkskliniken in Günzburg eröffnen hervorragende Möglichkeiten und Chancen für junge Menschen, die sich für einen der erfüllenden Berufswege im Pflegebereich entscheiden. Die Berufsfachschule für Ergotherapie, die Berufsfachschule für Psychotherapie und die Berufsfachschule für Pflege sind die Grundpfeiler der Nachwuchsförderung am Standort Günzburg. 
 
In Ursberg ist die Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe genau am richtigen Standort. Als Teil der Dominikus-Ringeisen-Werkes werden hier die dringend benötigten Fachkräfte in der Behindertenhilfe auf ihr Berufsleben bestens vorbereitet. Mein Dank und mein Respekt gilt all den Frauen und Männern, die sich für einen Beruf in diesem so wichtigen sozialen Bereich entscheiden. Sie alle leisten wie sämtliche Pflegerinnen und Pfleger Außergewöhnliches für unsere Gesellschaft.