Adé o Tannenbaum: 720.000 Euro Fördermittel für klimafitte Wälder im Landkreis Günzburg

16.12.2020

Tannenbaum o Tannenbaum, wie schön sind deine Blätter: Im Wohnzimmer sind Nadelbäume derzeit gern gesehen, doch im Wald im Landkreis Günzburg sollen sie langsam weichen. Denn Fichten, Kiefern und Co. sind anfällig für Schädlinge und leiden zusätzlich besonders stark unter den Auswirkungen des Klimawandels. Waldbauern im Landkreis Günzburg dürfen sich in Sachen Klimakur über die fachliche und finanzielle Unterstützung des Freistaats freuen.

Waldbauern im Landkreis Günzburg greift der Freistaat Bayern kräftig unter die Arme, um ihren Wald für die Zukunft zu rüsten. In den vergangenen fünf Jahren förderte das Land den Waldumbau im Landkreis mit 720.016 Euro. An die privaten Waldbauern floss dabei mit 435.327 Euro der Löwenanteil, das teilte Staatsministerin Michaela Kaniber auf Nachfrage des Landtagsabgeordneten Alfred Sauter mit. Alleine im Jahr 2020 erhielten die privaten Waldbauern bisher 138.672 Euro (Stand Dezember 2020.) „Den Forstleuten, Waldbäuerinnen und Waldbauern gilt die große Unterstützung des Freistaats“, sagt Sauter. „Sie leisten in der aktuellen Phase Enormes und müssen gleich mehrere Mammutaufgaben parallel bewältigen. Während es auf der anderen Seite weiter darum geht, die Borkenkäfer-Ausbreitung einzudämmen, müssen unsere Waldbauern gleichzeitig die neue Waldgeneration zukunftsfest aufbauen.“

Im Landkreis Günzburg haben sie alle Hände voll zu tun. Denn in unseren heimischen Wäldern dominiert der Nadelwald. Fichten, Tannen, Lärchen und Kiefern bilden fast Dreiviertel des hiesigen Baumbestandes. Zwar greifen Schädlinge wie der Borkenkäfer alle Baumarten an, doch in Nadelwäldern sind seine Auswirkungen besonders verheerend.
Setzte in den vergangenen Jahren vor allem der Buchdrucker-Borkenkäfer den fichtenreichen Wäldern zu, fühlt sich seit wenigen Jahren auch der „Kupferstecher“ in unseren Breitengraden wohl und trägt maßgeblich zum Absterben großer Nadelholzbestände bei. „Der Klimawandel verschärft die Not unsere Waldes noch“, sagt Sauter. Denn die wärmeren Sommer führen dazu, dass gleich mehrere Schädlingsgenerationen heranwachsen. Die zunehmende Trockenheit setzt den Bäumen zusätzlich zu und macht sie für einen Borkenkäfer-Angriff noch verwundbarer. „Mischwälder sind dagegen stabiler gegen Schädlinge, Trockenheit und Umweltkalamitäten wie Stürme und Schneebruch und sind damit für die Folgen des Klimawandels besser gerüstet“, sagt Alfred Sauter. „Für den Umbau von Nadel- auf Mischwälder bieten unsere Förster im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Krumbach kostenlose Beratung sowie eine breite fachliche und finanzielle Unterstützung an.“ Je nach Lage und Bodencharakteristik raten die Förster zur Anpflanzung von klimatoleranten heimischen Baumarten wie Buche, Eiche und Edelkastanie, aber auch zu Baumarten aus wärmeren Breitengraden wie der Roteiche und Douglasie.

In den vergangenen Jahren konnte im Landkreis der Anteil der Nadelbäume von etwa Dreiviertel auf 67 Prozent des Gesamtbestandes gesenkt werden. Gleichzeitig wuchs der Anteil des Waldes um sechs Hektar. „Stabile, naturnahe Wälder und ihre nachhaltige Bewirtschaftung schützen das Klima, sichern die Biodiversität und sind der wichtigste Erholungsort unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagt Landtagsabgeordneter Sauter. „Der Freistaat Bayern investiert in die Zukunft der Natur und damit unseres Landkreises und unsere Bürger.“ Ein Drittel der Fläche des Landkreises Günzburg, rund 21.000 Hektar, ist bewaldet. Mit rund 7.000 Hektar wird davon der größte Anteil von privaten Kleinbauern bewirtschaftet, weitere 2.500 Hektar sind Großprivatwald, fast 5.000 Hektar ist im Landkreis Günzburg in Körperschaftshand und 6.890 Hektar sind Staatsforsten.

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