Ambulant betreutes Wohnen in Günzburg

05.01.2016

Die persönliche Selbstbestimmung ist für jeden Menschen ein wichtiges Bedürfnis. Deshalb sind gerade in Situationen in denen Menschen ihr Leben durch eine geistige, psychische oder körperliche Behinderung oder durch eine chronische Abhängigkeitserkrankung nicht vollständig selbst meistern können, individuell angepasste Betreuungslösungen gefragt. Diese Lösungen gewährleisten soweit möglich die Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung der Betroffenen sowie auch die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben.

Im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens als Eingliederungshilfe gilt daher der Grundsatz, soviel Unterstützung wie nötig, soviel Selbstständigkeit wie möglich. Diese Betreuung bietet ambulante Unterstützung im Bereich der Haushaltsführung, bei Arztbesuchen, bei der Teilnahme am Arbeitsleben, sowie bei der Tages- und Freizeitgestaltung soweit dies notwendig ist. Diese Unterstützungsleistungen sind häufig bereits ausreichend, um Betroffenen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Diese Form der Betreuung ist in unterschiedlichen Wohnformen möglich. So gibt es zum einen Ambulant Betreute Wohngemeinschaften in denen sich behinderte Menschen gegenseitig unterstützen und ein Fachdienst bedarfsorientiert bei den Alltagsaufgaben zur Seite steht. Darüber hinaus ist in diesem Rahmen auch das Ambulant Betreute Einzelwohnen zu verwirklichen, dass dem Betroffenen eine umfassendere Selbstständigkeit abfordert, jedoch auch die oben genannten Unterstützungsleistungen durch einen Fachdienst umfasst. Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Betreute Wohnen in Familien. Hierbei nehmen Familien einen Betroffenen als Gast im eigenen Haushalt längerfristig bei sich auf. Die Gastfamilie unterstützt und betreut den behinderten Menschen dabei im notwendigen Umfang.

Mit dem betreuten Wohnen können weitere ambulante und teilstationäre Betreuungsleistungen, wie zum Beispiel der Besuch einer Werkstatt für behinderte Menschen, kombiniert werden.

Diese Betreuungsform richtet sich vor allem an Menschen mit Behinderung,

  • die erstmals vor der Entscheidung stehen wie sie künftig wohnen wollen, beispielsweise weil sie bei Ihren Eltern ausziehen wollen, aber Unterstützung benötigen.
  • die in ihrer eigenen Wohnung leben, aber ambulante Unterstützung benötigen.
  • die bislang in einem Wohnheim leben, aber gerne selbstständiger leben möchten und nicht rund um die Uhr betreut werden müssen.

Betroffene in dieser Betreuungsform können ihren Tagesablauf selbst gestalten, ihre Wohnung selbst einrichten, Freunde zu sich einladen, für das Essen selbst sorgen, ihren Hobbies nachgehen und erhalten dabei individuelle Unterstützung genau dort, wo diese notwendig ist. Dies ermöglicht mehr Selbstständigkeit und damit auch eine höhere Lebensqualität.

Entsprechende Angebote im Landkreis Günzburg bieten beispielsweise die Lebenshilfe Donau-Iller sowie das Dominikus-Ringeisen-Werk. Angebote der örtlichen Caritasverbände sowie der Bezirkskliniken Schwaben richten sich speziell an Menschen mit psychischen- oder Suchterkrankungen. Weitere Informationen zum Ambulant Betreuten Wohnen und entsprechenden Beratungsstellen stehen auf der Internetseite der Sozialverwaltung des Bezirks Schwaben zur Verfügung.

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