Sechsspuriger Ausbau der A 8 - ein Mammutprojekt

12.05.2015

Die A 8 verläuft zwischen Günzburg und Augsburg-West mit vier Fahrstreifen, teilweise ohne Standstreifen sowie durch hügelige Landschaftsabschnitte. Sie entsprach 2011 in ihrem Ausbauzustand nicht mehr den Anforderungen, die sich aus der Verkehrsentwicklung der letzten Jahre ergeben haben. Bis zu 90.000 Fahrzeuge täglich haben regelmäßig für Staus, stockenden Verkehr und Behinderungen in beiden Fahrtrichtungen zwischen Augsburg und Ulm gesorgt. Ein Ausbau der A 8 war somit dringend notwendig.

Die A 8 stellt eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Süddeutschland dar und ist Teil des transeuropäischen Netzes. Sie führt von Perl an der französischen Grenze über Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Augsburg und München bis nach Salzburg. In den vergangenen Jahren wurden die vierspurigen Abschnitte der A 8 sukzessive ausgebaut und verbreitert, um der Verkehrsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte Rechnung zu tragen. Bis Ende 2010 wurde unter anderem der 37 Kilometer lange Teilabschnitt zwischen Augsburg und München auf sechs Streifen erweitert.

Der Ausbau der A 8 zwischen Augsburg-West und Günzburg wird im Rahmen einer sogenannten Öffentlich-Privaten Partnerschaft durchgeführt. Die Konzession für den Ausbau wurde von der Bundesrepublik Deutschland vergeben. Konzessionsnehmer für den Ausbau der A 8 ist die PANSUEVIA GmbH & Co. KG. Sie ist zuständig für Planung, Ausbau, Finanzierung, Erhaltung und Betrieb des ca. 58 Kilometer langen Konzessionsabschnitts zwischen dem Autobahnkreuz Ulm-Elchingen und der Anschlussstelle Augsburg-West.

Im Herbst 2011 wurde mit den Arbeiten an dem 41 Kilometer langen Abschnitt zwischen Augsburg-West und Günzburg begonnen, der ein Teilstück der Konzessionsstrecke der PANSUEVIA GmbH & Co. KG darstellt. Die Baukosten betragen rund 400 Millionen Euro, wovon ca. 168 Millionen für den Abschnitt der A 8 im Landkreis Günzburg anfallen. Der 17 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Ulm-Elchingen und Günzburg wurde bereits sechsspurig ausgebaut.

Die Großbaustelle stellte die Autobahnbauer sowohl planerisch wie auch bautechnisch vor enorme Herausforderungen. Über 4,2 Millionen Kubikmeter Erdreich müssten für das Projekt bewegt, 38 Regenrückhalte- und Versickerungsbecken gebaut sowie Entwässerungsleitungen über 120 Kilometer verlegt werden. Hinzu kommt die Errichtung von 76 Brückenbauwerken. Besonders hervorzuheben sind dabei zwei neue Grünbrücken, welche die Lebensräume „Rauher Forst“ und „Scheppacher Forst“ für die heimische Tierwelt über die neue Autobahn verbinden.

Neben der Entstehung dreier neuer Parkanlagen mit WC (Mindeltal, Horgau und Zusmarshausen) wird die Tank- und Rastanlage „Burgauer See“ komplett umgestaltet und neu errichtet. Darüber hinaus erhält die Tank- und Rastanlage Edenbergen eine neue Anbindung an die A 8. Dadurch werden trotz des Wegfalls von 18 kleinen Bestandsparkplätzen und Parkbuchten ca. 150 neue Stellplätze geschaffen. Die neuen Parkplätze verfügen neben Beleuchtung und Toilettenanlagen künftig auch über Lärmschutzmaßnahmen.

Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der A 8 wurde die bisherige Anschlussstelle Burgau um etwa 500 Meter in Richtung Westen verlegt. Die bestehende Anschlussstelle soll rückgebaut und aufgelassen, die bestehende Unterführung der Staatsstraße in Scheppach aber erhalten werden. Die erforderliche neue Brücke über die A 8 im Zuge der Staatsstraße 2025 inklusive der beiden südlichen Kreisverkehre wurde bereits fertiggestellt und ist unter Verkehr. Zusammen mit der Fertigstellung der südlichen Fahrbahn in Richtung München im September  2013 wurden die südlichen Anschlussäste an den bereits gebauten Kreisverkehr hergestellt und angebunden. Die nördlichen Anschlussäste werden im Zuge der Richtungsfahrbahn Ulm bis ca. Juli 2015 mitgebaut.

Für die Anliegergemeinden sowie die gesamte Region hat der Bau der neuen Anschlussstelle große verkehrliche und wirtschaftliche Bedeutung. Bereits jetzt haben sich im Einzugsbereich der Anschlussstelle zahlreiche Betriebe des produzierenden Gewerbes sowie Dienstleistungs- und Handelsunternehmen angesiedelt. Die hervorragende Verkehrsanbindung ist sowohl für die bereits ansässigen als auch für potentielle Interessenten ein wichtiges Standortkriterium.

Seit Mai 2012 befindet sich im Markt Jettingen-Scheppach der Gebäudekomplex der neuen Autobahnmeisterei. Diese ist mit 25 Mitarbeitern der PANSUEVIA GmbH & Co. KG besetzt und zuständig für Erhalt und Betrieb des Konzessions-abschnitts zwischen Ulm-Elchingen und Augsburg-West. Der Fuhrpark der Autobahnmeisterei umfasst unter anderem vier 3-Achs-LKW mit 8 Kubikmetern Salzstreuer, Front- und Seitenpflug, einen UNIMOG mit 4 Kubikmetern Salzstreuer und Frontpflug, eine Kehrmaschine, sechs Servicefahrzeuge sowie vier Vorwarntafeln, sechs Absperranhänger und zwei zusätzliche 2-Achs-LKW mit 5 Kubikmetern Salzstreuer und Frontpflug. Zudem verfügt die Autobahnmeisterei über eine Werkstatt mit Kran, Grube und Waschhalle.

Die PANSUEVIA GmbH & Co. KG baut insgesamt rund 8,5 Kilometer Lärmschutzanlagen. Ebenfalls stehen der Neubau von mehr als 30 Kilometern Nebenstraßen und Wirtschaftswegen und 75 Kilometern Wildschutzzäunen an. Bis zu 600 Arbeitskräfte wurden auf der Baustelle beschäftigt, der Maschinenpark zahlte bis zu 300 große Fahrzeuge bzw. Baugeräte. Insgesamt werden rund 1,2 Millionen Quadratmeter neue Straßenfläche verlegt und dabei 380.000 Kubikmeter Beton und 800.000 Kubikmeter Frostschutzkies verbaut. Zudem werden im Zuge des Ausbaus neben der Anschlussstelle Burgau auch diejenigen in Adelsried und Zusmarshausen komplett neu gestaltet und errichtet.

Die Arbeiten sind mittlerweile sehr fortgeschritten. Die Hälfte der Ausbaustrecke ist schon seit Oktober 2014 voll 6-streifig verfügbar. Nunmehr ist die Gesamtfertigstellung in sichtbare Nähe gerückt: aus den drei sich noch im Bau befindenden Abschnitte werden zwei (Bereich AS Burgau und Bereich Edenbergen) vorzeitig fertiggestellt werden. Der letzte Abschnitt um Zusmarshausen wird rechtzeitig Ende September 2015 unter Verkehr kommen.
 
Staus und Behinderungen werden bald der Vergangenheit angehören und genauso werden die baubedingten Beeinträchtigungen bald angesichts der erheblichen Erleichterungen sowohl für die Autofahrer in der Region als auch im gesamten Einzugsgebiet der A 8 in Vergessenheit geraten.





Weitere Information zum A8-Ausbau finden Sie hier:

Projekteckdaten

Projektübersichtskarte

Projektstruktur

(Darstellung: PANSUEVIA GmbH & Co. KG / Autobahndirektion Südbayern, Stand: Mai 2015)

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