Steuerentlastung für ehrenamtliche Feldgeschworene

30.01.2019

Rund 500 Feldgeschworene sind im Landkreis Günzburg gemeldet. Die Ehrenamtlichen unterstützen die örtliche Verwaltung bei Vermessungsaufgaben, setzen Wegmarken und Grenzsteine.  Jetzt wird ihr Dienst auch steuerlich anerkannt.

Günzburg. Steuererleichterung für das älteste kommunale Ehrenamt Bayerns: Für Feldgeschworene im Einsatz fällt die Kfz-Steuer weg. „Die Steuerentlastung unterstreicht unsere Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen“, sagt Landtagsabgeordneter Alfred Sauter. „Das ist eine längst überfällige Erleichterung für den bedeutenden und traditionsreichen Dienst.“ Feldgeschworene unterstützen vor Ort das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung bei Grenzbegehungen, überprüfen Grenzzeichen auf Mängel und verlegen Wegmarken. Häufig wird der Dienst von ortsansässigen Landwirten ausgeübt, die dabei auch auf ihre landwirtschaftlichen Fahrzeuge zurückgreifen.

„Feldgeschworene sind ein wichtiges Bindeglied zwischen den Menschen vor Ort und ihrer Verwaltung“, so Sauter. „Sie leisten ehrenamtlich eine hervorragende Arbeit im öffentlichen Interesse. Wir müssen ihren Einsatz nach Kräften unterstützen.“ Fahrzeugeinsätze von Landwirten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Feldgeschworene sind nun im Katalog der bundesweit Kfz-zulassungsfreien Verwendungszwecke
verzeichnet.

Die Neuregelung betrifft im Landkreis Günzburg rund 500 ehrenamtlich gemeldete Feldgeschworene. Die Hüter der Grenzen auf Lebenszeit vereidigt. 339 von Ihnen sind derzeit im Landkreis Günzburg aktiv im Einsatz.  Im Schnitt sind für eine Gemeinde in Bayern vier bis sieben ehrenamtliche Feldgeschworene tätig. „Mit durchschnittlich zehn Feldgeschworenen pro Gemeinde ist das althergebrachte Ehrenamt in unserem Landkreis stark verwurzelt und wird sehr gewissenhaft ausgeführt“, sagt Alfred Sauter.

Die Wurzeln des Feldgeschworenenamtes lassen sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Seit jeher kennzeichnen die Hüter der Grenzen die Lage der Grenzpunkte mit geheimen Zeichen. Dieses „Siebenergeheimnis“ ist nur den Feldgeschworenen bekannt. An der Form und Lage der geheimen Zeichen erkennen die Ehrenamtlichen, ob der Grenzstein verändert wurde. Das "Feldgeschworenenwesen in Bayern" wurde als lebendige und traditionsreiche Kulturform im Dezember 2016 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.